Woran Anleger Qualität in der Finanzberatung erkennen

26. September 2023

Um im Alter den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten, reicht es nicht, sich auf die staatlichen Rente zu verlassen. Aus diesem Grund sind die private finanzielle Vorsorge und ein langfristiger Vermögensaufbau für jeden ein wesentlicher Grundpfeiler der Lebensplanung. Doch eine qualitativ hochwertige Beratung zu finden, die auch zum gewünschten Anlageerfolg führt, ist nicht einfach. Das belegte zuletzt auch eine Testkauf-Aktion der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bei verschiedenen bei Banken und Sparkassen. Denn es wurden Mängel festgestellt. So bekamen die Testkäufer in etwa 40 Prozent der Fälle keine Geeignetheitserklärung und bei 67 Prozent gab es keine genaue Aufstellung darüber, wie teuer das Produkt ist – dabei ist beides gesetzlich vorgeschrieben.

Dazu kommt: Es gibt Schätzungen, laut denen fehlerhafte oder qualitativ mangelhafte Beratung sowie Betrug jedes Jahr zu Schäden in Milliardenhöhe führen. Für Anleger und Sparer, die wie eingangs erläutert, auf eine gute Beratung angewiesen sind, um für das Alter ausreichend finanziell vorzusorgen, sind das alles keine guten Nachrichten. Dennoch ist dies kein Grund, auf Anlageberatung zu verzichten und das hart verdiente Geld auf das Sparbuch zu legen – wo es zwar wieder etwas Zinsen gibt, die aber deutlich unter der Inflationsrate liegen, womit es zu erheblichen realen Wertverlusten kommt. Denn entscheidend ist es, auf die Qualität der Anlageberatung zu achten. Wer das tut, kann einen wichtigen Schritt hin, zu einem erfolgreichen Vermögensaufbau tun.

Ganzheitlichkeit als erstes Qualitätsmerkmal

Qualität zu erkennen, ist dabei gar nicht so schwer wie es zunächst scheint. Denn es gibt einige klare Anhaltspunkte. So ist im Positionspapier des Finanzplanerverbandes FPSB Deutschland mit dem Titel „Beratungsqualität als Mehrwertdienstleistung durch die Orientierung an den Standesregeln des Financial Planning Standard Board Deutschland e.V.“ ausführlich dargelegt, welche es gibt, an denen Anleger eine am Kundeninteresse orientierte Finanzberatung, die einen echten Mehrwert liefert, festmachen können. Der erste Punkt ist Ganzheitlichkeit. Was zunächst recht abstrakt klingt, ist eigentlich eine sehr einfache Sache: Häufig liegt der Fokus der Beratung nämlich viel zu sehr auf der Wertpapieranlage. Eine qualitativ hochwertige und Mehrwert stiftende Beratung hingegen wirft einen umfassenden Blick auf die gesamten Vermögensverhältnisse eines Kunden.

Also auf sämtliche Einnahmen und Ausgaben, Verbindlichkeiten, die persönlichen Ziele des Anlegers sowie das Erkennen möglicher Wechselwirkungen. Auch das Kümmern um persönliche Belange oder das Thema Nachfolgeplanung gehören dazu. Mit anderen Worten: Wird dies nicht umfassend von einem Berater abgefragt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich dabei eben nicht um eine Qualitätsberatung handelt. Der zweite wichtige Aspekt ist die Individualität. Dabei geht es darum, dass eine Beratung auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen zugeschnitten ist. Bei einer qualitativ hochwertigen Beratung geht es also nicht um Ware von der Stange, sondern beispielsweise um die persönlichen Anlageziele und die Risikoneigung des einzelnen Anlegers. Ganzheitlichkeit und Individualität sind deshalb zwei entscheidende Erfolgsfaktoren, die im Ergebnis in der Beratungspraxis zu höherer Qualität führen.

Schutz der Anleger durch die Standesregeln des FPSB

Eigenschaften, die Anleger beispielsweise bei den Zertifikatsträgern des FPSB Deutschland, den sogenannten CFP®-Professional, finden. Denn sie verfügen nicht nur über eine anerkannt qualitativ hochwertige Ausbildung, sondern sind auch zur laufenden Weiterbildung verpflichtet. Dazu kommen die Standesregeln des Finanzplanerverbandes, wo neben den Grundsätzen der ganzheitlichen Beratung auch die Berufsbilder, die Ethikregeln und die Praxisstandards für den Finanzplanungsprozess genau dargelegt sind. Und das alles dient dem Schutz der Anlegerinteressen, der einzelnen Zertifikatsträger und des Verbandes sowie der Sicherung der Integrität des Berufsstandes. Dazu kommt, dass bei Verstößen gegen die Standesregeln Sanktionen gegen den betroffenen Zertifikatsträger ergriffen werden können.

Und diese reichen von einer Ermahnung über eine Geldbuße bis hin zum Ausschluss aus dem Verband. Damit stellen die Standesregeln sicher, dass Kunden bei einem Berater, der ein Zertifikat des FPSB Deutschland besitzt, individuell und qualitativ hochwertig beraten werden. Und Kunden können sich sicher sein, dass ihre individuellen Interesse an erster Stelle im Beratungsprozess stehen. Dass das in der Praxis auch tatsächlich funktioniert, das lässt auch eine Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK vermuten. Denn demnach gehen Verbraucher, die mit einem CFP®-Professional arbeiten, zu 36 Prozent eher davon aus, dass sie ihre finanziellen Ziele erreichen und sie sind um 39 Prozent zufriedener mit ihrem Finanzberater.

Informationen zu den Standesregeln sowie zum Positionspapier finden Sie hier: https://www.fpsb.de/ueber-uns/standesregeln.html

Quelle: Financial Planning Standards Board Deutschland e.V.

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